Ursächliche Prägung
- Die schizoide Prägung entsteht oft schon sehr früh – manchmal sogar vor der Geburt.
- Wenn die Mutter feindselig ist, das Kind ablehnt oder sogar versucht abzutreiben, erlebt das Kind eine
existenzielle Bedrohung.
- Es fehlt an Sicherheit, Freude, Geborgenheit.
- Schon in der Kindheit zeigen sich Rückzug, Tagträume, Alpträume, Angstzustände – manchmal sogar autistische Züge.
- Die dominierenden Gefühle sind panische Angst und blinde Wut.
Energetischer Zustand
- Die Energie ist im Inneren gestaut und eingefroren.
- Die äusseren Körperteile – Gesicht, Hände, Füße, Genitalien – halten den Kontakt zur Welt zurück.
- Chronische Spannungen an Kopfbasis, Schultern, Becken und Hüften blockieren den Energiefluss.
- Impulse entstehen nur schwach – aber wenn sie durchbrechen, können sie explosiv sein.
- Es gibt eine energetische Spaltung zwischen oberer und unterer Körperhälfte.
Körperliche Merkmale
- Der Körper wirkt schmal, verkrampft, zusammengezogen.
- Spannungen sitzen in den Gelenken und kleinen Muskeln – besonders rund um die Sprechwerkzeuge.
- Die Gelenke sind entweder extrem steif oder überbeweglich.
- Die Körperlinie ist oft gebrochen – mit Verschiebungen zwischen links und rechts, oben und unten.
- Kopf und Körperhaltung sind schief, Bewegungen wirken mechanisch und unkoordiniert.
- Hände und Füsse sind häufig kalt und verkrampft.
- Das Gesicht ist maskenhaft, die Augen leer und abwesend.
- Die Haut wirkt wachsartig und durchsichtig.
Psychologische Muster
- Die grösste Angst ist der Identitätsverlust – die Angst, sich im Kontakt mit anderen aufzulösen.
- Das Selbstgefühl ist schwach, der Kontakt zum eigenen Körper und zu den Gefühlen reduziert.
- Die Persönlichkeit ist oft gespalten – zwischen gegensätzlichen Polen wie Arroganz und Minderwertigkeit.
- Diese inneren Gegensätze lassen sich schwer integrieren.
- Durch die schwache Ich-Grenze entsteht extreme Sensibilität – oft mit Abwehrmustern.
- Intime Beziehungen sind schwierig oder werden vermieden: »Wenn ich Nähe zulasse, ist meine Existenz bedroht.«
- Aktionen kommen meist aus dem Kopf: »Mein Kopf ist mein Sein.«
- Die Realität wird oft durch Fantasie ersetzt – mit wenig Kontakt zur Umgebung.
- Isolation ist ein Schutzmechanismus: »Ich kann existieren, solange ich keine Nähe brauche.«
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Kompensationen:
- Aussergewöhnliche Leistungen – Künstler, Genies – als Suche nach Identität.
- Extreme Erfahrungen – Bergsteigen, Autorennen, Drogen – um sich selbst zu spüren.
- Identität:
- Schnell wechselnd, wie ein Chamäleon.
- Heute klar, morgen verloren.
- Schlafen/Wachen:
- Übergänge zwischen Zuständen sind bedrohlich – Einschlafen und Aufstehen sind schwierig.
- Sexualität:
- Wenig Energie in den Genitalien, aber hohe Ekstasefähigkeit.
- Kaum genitaler Orgasmus, oft Fantasien (»ind-Fuck«).
- Es geht mehr um Aufladung und Auflösung als um Entladung.
- Stärken (wenn Muster gelöst sind):
- Vielseitigkeit, Verrücktheit, Fantasie, Tiefe, Sensibilität, Flexibilität, Rollenspiel, Zugang zu anderen
Wirklichkeiten.
- Typische Beschwerden: Gelenkprobleme, Migräne, Drogenmissbrauch, Nieren-/Blasenprobleme,
Sehstörungen, Kreislaufstörungen.
Therapieziele
- Das Wichtigste: Ein Gefühl für sich selbst entwickeln – durch Körperkontakt und Vertrauen.
- Der Klient soll Raum bekommen, seine extremen inneren Anteile zu erleben – ohne sie sofort integrieren zu müssen.
- Ziel ist, zum Kern zu kommen – zur Angst vor Vernichtung – und diese zu leben und anzunehmen. Daraus kann eine
positive Leere entstehen.
- Hilfreich:
- Alles, was ins Hier und Jetzt bringt: Massage, Körperarbeit, Bewegung, Tai Chi, aktive Meditation.
- Körperübungen brauchen Geduld – kleine Schritte sind wichtig.
- Der schizoide Typus muss »geschmolzen« werden – direkte Konfrontation funktioniert kaum.
- Besser ist ein geschicktes, einfühlsames Vorgehen – fast wie ein Verführen.
- Voraussetzung für jede Therapie:
- Vertrauen, Sicherheit, das Gefühl, wirklich angenommen zu sein.